Puebla

Das Unabhängigkeitsgericht: Chiles en nogada

2. Januar 2010

Die Fahrt nach Puebla dauert glücklicherweise nicht so lange und wir finden auch schnell ein billiges Hotel. Hier möchte ich auf jeden Fall die hiesige Spezialität "Chiles en nogada" probieren. Dieses Gericht wurde hier 1821 zur Feier der Unabhängigkeit kreiert. Es besteht aus gefüllten grünen Chilis (nicht scharf), die in einer weißen Nußsoße gereicht werden und darauf wird so eine Art Petersilie und Granatäpfel-Kerne verteilt. Das gibt dann die Farben weiß, rot und grün, die die mexikanischen Nationalfarben sind. Landesweit gibt es dieses Gericht um den Unabhängigkeitstag im September, aber hier in Puebla findet man es immer. Ist übrigens gigantisch lecker!

(Autor: Daniela)


3. Januar 2010

Wir stehen früh auf, da wir heute viel erledigen wollen. Als erstes schlendern wir durch die Altstadt von Puebla, die zu dieser frühen Stunde total ausgestorben ist. Lediglich ein paar Kirchengänger kreuzen unseren Weg, und genau deswegen können wir die meisten Kirchen nur vom Kirchentor aus besichtigen - überall ist Gottesdienst angesagt. Na ja, macht auch nichts, wir haben eh schon genügend Kirchen gesehen. Wir machen uns also auf in das Nachbarstädtchen Cholula, das zusammen mit Puebla Weltkulturerbe Status besitzt. Die dortigen Sehenswürdigkeiten sind schnell abgehakt. Dazu gehört übrigens die größte Pyramide der Welt. Sie ist zwar nicht die höchste, dafür besitzt sie das größte Volumen. Sie ist allerdings nicht gerade beeindruckend, da sie völlig überwuchert ist und wie ein großer Berg aussieht, auf dem die Spanier natürlich eine Kirche drauf gebaut haben, um zu zeigen, welche Religion das sagen hat.


Der Marktplatz von Puebla

Als wir zurück nach Puebla kommen ist der Zocalo am überquellen. Ganz Puebla flaniert mit der kompletten Familie, überall gibt es Ballons zu kaufen und Clowns unterhalten die Meute. Wir genießen die Atmosphäre bei einem leckeren Essen und machen uns anschließend auf den Weg nach Poza Rica. Wir haben uns die Zeiten gestern geben lassen und wollen den 17.15 Uhr Bus nehmen. Was die nette Dame uns aber gestern verschwiegen hat, ist, dass genau der Bus der einzige ist, der nur bis Villa Juarez fährt. Aahhhh! Da kann man echt zuviel bekommen, wenn man nicht jedes Detail hinterfragt, bekommt man hier nie die richtige Auskunft, echt schlimm. Na ja, dann nehmen wir eben den nächsten Bus und kommen mitten in der Nacht in einem abgefrackten Kaff an, von dem wir nichts wissen, außer, dass es eine hohe Kriminalitätsrate hat. Glückwunsch!

Zumindest gewährt uns die Dame einen Studentenrabatt, das versöhnt. Wir machen uns also auf den Weg nach Poza Rica. Nach ca. 5 Stunden kommen wir an und machen uns auf die Suche nach einem Hotel. Direkt vor dem Busbahnhof gibt es vier Hotels. Das Erste ist eine billige, verschimmelte Absteige und wir ziehen weiter. Das Zweite ist ein Motel, hier können wir für das Zimmer für 6,5 Stunden günstig mieten oder für viel Geld morgen ausschlafen. Eine echt seltsame Regelung, die uns so noch nicht präsentiert wurde. Allerdings gilt die gleiche Regel beim nächsten Motel und das Vierte ist ausgebucht. Super! Wir haben also die Wahl zwischen Not oder Übel. Wir entscheiden uns für das 6,5 Stunden Motel und handeln für ein paar Peso eine Stunde mehr aus. Wahnsinn! Wir können also bis 7.30 Uhr im Zimmer bleiben. Na dann - Gute Nacht!

(Autor: Jens)