Tequila

Wir mit dem Jose Cuervo-Raben

13. Januar 2010

Wir sind in Tequila, was, wie es sich gehört, Weltkulturerbe ist. Die Tequila-Agave wurde bereits 1.500 Jahre bevor die Spanier kamen, zu Alkohol verarbeitet und aus diesem Grund wurde das außergewöhnliche kulturelle Erbe von der UNESCO anerkannt. Wir haben uns entschieden, eine Führung bei der bekanntesten Tequila-Brennerei "Jose Cuervo" zu machen. Das ist der Tequila mit dem Raben (Cuervo heißt Rabe auf Spanisch). Zur Einführung gibt ein ein kleines Filmchen, bei dem man die Tequila-Ernte sehen kann und noch ein bisschen was von der Geschichte erfährt. Das Unternehmen wurde 1795 gegründet und produziert seitdem Tequila. Tequila darf sich nur der Agavenschnaps nennen, der in einer bestimmten Region (im Bundesstaat Jalisco und noch einigen Nachbargemeinden) gebraut wurde und bestimmte Kriterien erfüllt, die rigoros überprüft werden (hier kommt jeden Tag der Inspektor ins Haus).


Pro Tag werden circa 200 Kilogramm Agaven (dabei wird nur das Herzstück genommen, die Blätter werden mit einem speziellen Werkzeug abgehackt) angeliefert und verarbeitet. Dabei werden zuerst die Herzstücke in eine Ofen befördert und 36 Stunden lang erhitzt, bis sie süß und weich sind. Danach werden sie 4 mal gepresst und dann fermentiert. Das kann zwischen 18 und 76 Stunden dauern. Das gibt dann Methanol und dieses wird dann bis auf 55% herunterdestilliert und dann bis 45% mit destilliertem Wasser verdünnt und erst dann kommt es in den Verkauf. Das ist dann der weiße Tequila. Es gibt zwei verschiedene Arten Tequile, einer ist 100% aus Agaven gemacht und der andere zu 51%, die restlichen 49% sind aus Zuckerrohr. Den 100-Prozentigen trinkt man pur, den anderen kann man mit Cola oder Eis mischen. Die beste Trinktemperatur liegt bei 19 bis 22 Grad. Übrigens trinkt man in Mexiko den Tequila nicht mit Salz und Zitrone. Das stammt von früher als er noch mindestens 55% Alkohol hatte. Da diente das Salz dazu, die Speichelproduktion anzuregen, damit der Speichel die Speiseröhe vor dem Tequila schützt und die Zitrone diente dazu, den Mund vom Tequila zu befreien, damit man sich den Mund nicht verätzt. Das ist heute aber nicht mehr nötig, da der Tequila ja nur noch maximal 45% Alkoholgehalt hat.


Wir bekommen bei der Tour auch gleich am Anfang einen 55% aus der Vorproduktion zum Probieren. Uihhh, der ätzt ganz schön. Danach geht es weiter zur Lagerung und wir bekommen auch noch einen Reposado (lagert mindestens zwei Monate, aber weniger als ein Jahr im Eichenfass) und einen Añejo (der mindestens ein Jahr im Eichenfass, aber nicht länger als drei Jahre lagert) zum Probieren. Mir Banause schmeckt der Weiße am besten. Jens mag den Reposado am liebsten.

Seit 1995 wird auch der besondere Familien-Tequila verkauft (bis dahin durften den nur besondere Gäste der Familie und die Familie selbst trinken): der Reserva de la Familia. Das soll der beste Tequila der Welt sein, für jeden Jahrgang gibt es eine neue Holzkiste, die von einem bekannten mexikanischen Künstler gestaltet wird. 2007 wurde sie von Pedro Friedemann gestaltet und von dem haben wir schon eine Ausstellung im Museo des Bellas Artes in Mexiko-City gesehen.


Wir haben das mittlere Paket gewählt und das beinhaltet am Ende noch einen Kurs im Tequila-Probieren (den wir auch nur zu zweit absolvieren). Wir lernen, worauf man achten muss und wie man ihn richtig probiert. Dazu gibt es wieder drei Tequilas: einen weißen, einen restado und einen añejo. Am Ende bekommen wir sogar (als besondere Gäste der Familie oder vielleicht auch nur, weil Jens fragt, wie der Reserva de la Familia schmeckt) einen Reserva zum Probieren. Der schmeckt echt gut und wenn wir reich sind, kaufen wir uns mal die Sammlung mit den tollen Holzkisten.

Tequila ist Jens' Lieblings-Weltkulturerbe und er meint, es könnte öfter solche geben.
 
Das Ende der Tour wird bei einem Cocktail de la Casa (einer Margarita) im hübschen Innenhof abgerundet. Wir verbringen den Rest des Nachmittags bei Jose Cuervo in der Bar und genießen die 2 für 1-Margarita-Angebote. Ich nehme einen mit Limón und Jens einen mit Mango, da er Mango nicht leiden kann :-).

(Autor: Daniela)