Wellington

Blick vom Mount Victoria auf Wellington

3. April 2009

Wir sind überpünktlich an der Fähre in Picton und stellen uns an. Nach einer Stunde geht es langsam los und wir dürfen unser Auto auf die Kaitaki fahren. Zuallerserst suchen wir uns einen Platz draußen auf dem Sonnendeck und genießen die Aussicht. Die erste Stunde der dreistündigen Fahrt geht nämlich durch den Queen Charlotte Sound und man bekommt sozusagen die schöne Aussicht gleich mitgeliefert. Überall zweigen kleine Fjordarme ab und die grün bewaldeten Hügel geben ein malerisches Bild ab.
 

Als wir aus dem Sound aufs offene Meer fahren, sieht man auf der anderen Seite schon eine riesige Landmasse: die Nordinsel. Wir sind überrascht, dass die beiden Inseln in Sichtweite voneinander sind, da wir dachten, es wäre viel weiter. Nach weiteren zwei Stunden fahren wir um die Landspitze der Nordinsel und kommen in den Hafen von Wellington. Dort stehen wir erst mal dem Problem gegenüber einen Schlafplatz für heute Nacht zu finden. Wir haben eigentlich keine große Lust, etwas zu bezahlen und würden aber auch gerne ganz in Stadtnähe bleiben. In Neuseeland ist es aber verboten im Stadtgebiet im Camper zu übernachten. Wir hoffen aber, dass wir nicht erwischt werden und wollen dies trotzdem tun. Wir machen uns also auf die Suche nach einem geeigneten Plätzchen und parken auf dem Mount Victoria in einer etwas ruhigeren, abgelegeneren Straße des Villenviertels. Glücklicherweise beschwert sich auch niemand und wir können dort eine ruhige Nacht verbringen. 

Zuvor gehen wir aber noch ein wenig aus in Wellington. Wir haben aus einem Restaurantsführer drei Restaurants als potenzielle Feierörtlichkeiten für Jens' Geburtstag ausgewählt und schauen nun mal vorbei, um einen Blick auf die jeweilige Speisekarte zu werfen. Das erste ist sofort raus: zu laut. Das zweite und dritte gefallen uns echt gut und wir reservieren mal in einem der beiden, denn somit hat Jens noch ein wenig Zeit sich zu entscheiden, in welches er denn gehen möchte.
 

Anschließend gehen wir in den Green Man, ein Irish Pub. Dort gibt es eine Liveband und die Kiwis versuchen sich als Hobby-Michael Flatleys, die Stimmung ist grandios. Nach einem Blick auf die Weinkarte entscheide ich mich für Classic Riesling von Framinghams. Das ist das erte Mal in meinem Leben, dass ich auf eine Weinkarte schaue und einen Schimmer habe, was ich bestelle. Ich find's toll. Wir waren nämlich schon in Marlborough bei Framinghams und haben uns dort durch das Angebot probiert und fanden den Wein super. Wir müssen definitiv mehr Weinproben machen. Jens bleibt bei Bier und ist begeisterter von der neuseeländischen Braukunst als von der australischen. Was aber seiner Meinung nach nicht schwierig ist.
 

Beschwingt laufen wir zurück den Berg hoch in unsere schicke Villengegend.
 

(Autor: Daniela)


Im Chameleon

4. April 2009 

Heute wollen wir in meinen Geburtstag reinfeiern und ich nehme es vorweg: das haben wir auch gründlich getan.
 

Da wir heute schick Essen gehen wollen, suchen wir erstmal eine Dusche. Wir enden im hiesigen Schwimmbad und für $3 erhalten wir einen vergünstigten Duscheintritt und sind wie aus dem Ei gepellt. Ich habe sogar das weiße Hemd ausgepackt, das ich die ganze Zeit rumschleppe. Wir parken unser Auto und machen uns auf zu einem kleinen Stadtbummel. In der Shoppingmall parfümieren wir uns entsprechend ein und Daniela macht einen auf Kaufinteresse bei der Yves Saint Laurent Dame und wird komplett geschminkt und sie bekommt sogar die Fingernägel gemacht - umsonst versteht sich. Jetzt steht einem lustigen Abend nichts mehr im Weg. Bevor wir essen gehen glühen wir (ich) schon mal ein bisschen im Pub vor und gegen 18 Uhr gehen wir ins Chameleon Restaurant im Interconti. Das Essen ist mein Geburtstagsgeschenk von Daniela, da wir, außer ein paar Pfunde mehr, anschließend nichts weiter mit rumschleppen müssen. 
 

Das Essen ist hervorragend und wir gönnen uns eine Flasche Georges Michel Pinot Noir 2005. Auf dem Weingut waren wir vor kurzem zur Weinprobe, mit dem Unterschied, dass ich heute nichts ausspucken werde. 
 

Hier kurz unser Menü:

Vorspeise:
Thunfisch Sashimi (D)
Lobster (J) 

Hauptspeise:
Straußensteak mit Bohnen (J)
Gebratenes Hühnchen gefüllt mit Ziegenfrischkäse und Serranomantel (D) 

Nachspeise:
Karamel-Salzeis, Vodka-Eis, Walnuss-Eis (D)
Himbeermillefeuille (J) 

Danach haben wir uns ins Nachtleben von Wellington gestürzt. Erste Station war "The General Practicioner Pub" und anschließend sind wir im "Bodega" gelandet. Hier gab es ein Benefizkonzert zu Gunsten der Buschfeueropfer in Australien. Insgesamt 5 Bands und ein Saturday Night Beer Special - $4 (1,70 Euro) für ein Pint Bier. Da musste ich schon mal auf Vorrat trinken und zwar so lange, bis wir rausgekehrt wurden. Daniela hat mir dann erfolgreich den obligatorischen Döner ausgeredet und als ich den Laden am nächsten Tag gesehen habe, war ich froh drum. 
 

Gegen 4 Uhr sind wir in unser Auto gefallen. Schee war‘s, das Reinfeiern!

(Autor: Jens)


5. April 2009  

Das Aufwachen und der Kater am nächsten Tag war leider nicht halb so gut wie die Nacht, aber was soll’s. Das kann man wohl erwarten, wenn ich trinke, wie zu besten Zeiten. Ich werde zwar älter, aber nicht weiser!
 

Das Frühstück im "Floridita" schiebe ich nach wenigen Bissen Daniela rüber und bin froh, als wir danach nochmal ins Auto schlafen gehen. Nach zwei weiteren Stunden Schlaf fühle ich mich großartig und wir gehen zum "Kaffe trinken". Das französische Erdbeertörtchen ist für meinen Magen noch Ok, der anschließende Cafe Latte haut mich allerdings ruckzuck auf die Bretter. Ich brauche noch mehr Schlaf - also zurück ins Auto! Gegen Abend wagen wir einen neuen Anlauf und klopfen beim Thailänder an. Die salzige Suppe tut gut doch, das Curry darf Daniela alleine verputzen. Sie leidet übrigens fleißig mit mir, wobei sie nicht annähernd so viel getrunken hat wie ich - wahrscheinlich wurde ihr schon beim Zuschauen schlecht. Na ja, wir fahren unser Auto wieder ins "Nachtquartier" und schlafen. Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus.


(Autor: Jens)


6. April 2009

Weit gefehlt, mir ist immer noch schlecht, mittlerweile wahrscheinlich wegen Hunger. Wir fahren wieder ins Schwimmbad zum $3-Duschen. Das hilft schon ein bisschen. Zum Frühstück gibt‘s italienische Wurstplatte und Daniela hat ein leckeres, gegrilltes Pesto-Pancetta-Ciabatta. 
 

Es hilft zwar ein bisschen aber wir hängen immer noch in den Seilen. Heute wird ein Internettag und wir stellen Berichte ein, lesen Emails und gehen abends Pizza essen. Hoffentlich geht es uns morgen wieder richtig gut, denn wir gehen zur Gelbfieberimpfung. 
 

In diesem Sinne - Prost und vielen Dank für die vielen Geburtstagswünsche!
 

(Autor: Jens)


Te Papa Museum

7. April 2009 

Wir stehen heute wieder recht früh auf, denn unter der Woche muss man spätestens um 8 Uhr den Parkplatz geräumt haben. Wir gehen also früh in die Bibliothek, um den Rest unserer 24 Stunden Internet auszunutzen und Jens stellt die Bildergallerie fertig.
 

Danach ist ein Arztbesuch angesagt: wir müssen uns nämlich noch für Südamerika gegen Gelbfieber impfen lassen. Außerdem habe ich bei der Durchsicht unserer Impfausweise festgestellt, dass unsere Typhusimpfung abgelaufen ist. Die lassen wir also auch gleich mit auffrischen. Die Ärztin ist eine nette Holländerin, die uns noch gleich die komplette Reiseapotheke verkaufen will. Nein danke, so viel, wie wir an Medikamenten mitschleppen, hat die wahrscheinlich gar nicht in ihrer Praxis.
 

Da wir noch nicht im Te Papa-Museum waren, wird dies nun nachgeholt. Das Te Papa ist das Flaggschiff-Museum von Neuseeland und ist auch wirklich ganz nett, wenn auch ein wenig ungeordnet und durcheinander. Es gibt von allem etwas: ausgestopfte Tiere, Maori-Kunstgegenstände, Gemälde und die einzige Riesenkrake der Welt, die sich konserviert in einem Museum befindet.
 

Nachdem wir uns also im Te Papa genügend amüsiert haben, wollen wir noch schnell ein wenig Essen für die Weiterreise aufstocken und fahren in den Pack'n'Safe. Nun noch schnell tanken und weiter geht's - hatten wir uns zumindest so gedacht. Unser Auto streikt aber mal wieder, nachdem wir lediglich fünf Minuten während des Tankens das Licht anhatten. Die Batterie ist mal wieder leer. Wir schieben den guten Able also erst mal zur Seite und versuchen dann, einen netten Kiwi um Hilfe zu bitten. Wir sind auch recht schnell erfolgreich und unser freundlicher Helfer hat ein Starterkabel im Auto, aber keine Ahnung wie man es benutzt. Naja, nicht so schlimm, denke ich mir, Jens weiß das ja. Hmmm, davon bin ich nach den ersten Blitzen und Funkensprühen und einem seltsamen Geruch, nachdem ich das Auto versucht habe zu starten nun nicht mehr so ganz überzeugt. Was macht er da? Jens versucht sein Glück noch eins, zwei Mal - es tut sich nichts. Das Auto macht nicht mal Piep. Nachdem wir schon erwägen doch den AA zu rufen und wir unseren Helfer schon fast in den wohlverdienten Feierabend entlassen haben, will Jens es doch noch ein letztes Mal versuchen. Und siehe da - die Karre springt an. Na, geht doch. Nun funktionieren leider nicht mehr alle Lichter der diversen Anzeigen (z. B. in welchem Gang man sich gerade befindet), aber Hauptsache er fährt wieder.
 

Wir fahren noch ein wenig aus Wellington raus und suchen uns dann einen Schlafplatz. Glücklicherweise gibt es auf unserem Weg eine DoC-Campsite, die noch nicht mal was kostet. Ach übrigens, die Lichter unserer Anzeigen haben sich auch während der Fahrt alle wieder zugeschaltet und es funktioniert sogar noch eines, was vorher nicht ging.
 

(Autor: Daniela)