Cancún

Auf dem Weg nach Mexiko

29. Oktober bis 3. November 2009 

Nach einer recht ruhigen Nacht im Flugzeug wache ich zu Turbulenzen auf. Hier wird doch kein Unwetter herrschen, wir nähern uns doch gerade Mexiko oder überfliegen es sogar schon. Die Sonne geht auf und wir erhaschen einen genialen Blick auf einen perfekten, schneebedeckten Vulkan in der Nähe von Mexiko City. Nach der Landung müssen wir ein wenig auf unsere Taschen warten, denn die werden gründlich abgeschnüffelt bevor wir sie bekommen. Wir besteigen unser nächstes Flugzeug, das uns nach Cancún bringt. Der Flug dorthin geht über den Wolken dahin und das verheißt nichts Gutes fürs Wetter. Tatsächlich hat es auch kurz vor unserer Ankunft heftig geregnet.
 

Wir suchen uns einen Bus in die Stadt, um danach zur Zona Hotelera rauszufahren. Wir sind wohl die einzigen Hotelgäste, die mit ihrem Gepäck im Bus kommen, der Rest fährt stilvoll Taxi. Wir finden unser Domizil für die nächsten drei Tage recht schnell: das Oasis Palm Beach. Wir gönnen uns nämlich jetzt mal ein paar Tage Urlaub von unserer Weltreise in einem schicken 4-Sterne All-Inclusive-Hotel. Das haben wir echt günstig im Internet gefunden und mussten da natürlich zuschlagen. Wir beziehen unser schickes Zimmer ohne Kakerlaken und machen uns erst mal auf zum Essen. Hier gibt ein Buffet-Restaurant, ein asiatisches Restaurant, ein mexikanisches Restaurant, ein Fischrestaurant, eine Sushi-Bar und eine Snack-Bar. Wir stürmen erst mal das Fisch-Restaurant und sind echt begeistert vom Essen. Es ist richtig lecker für so ein großes Hotel.


Oasis Palm Beach in Cancun

Danach erkundigen wir uns noch mal nach unserem Reiseführer. Wir hatten uns einen Reiseführer aus Deutschland ins Hotel bestellt und die erste Angestellte, die wir gefragt haben, ob was für uns angekommen ist, ließ ihren Blick nur über den Schreibtisch schweifen (auf dem eigentlich nix lag) und meinte nur: Nein, hier liegt kein Paket, vielleicht kommt es ja morgen. Es müsste aber schon seit mindestens einer Woche da sein! Jetzt ist jemand anderes am Concierge-Tisch und wir fragen noch mal und, siehe da, es gibt ein Buch, in das alle wichtigen Ereignisse eingetragen werden. Er blättert das Buch durch und findet nichts. Wir bitten ihn, es nochmals durchzusehen und Jens entdeckt seinen Namen. Der Concierge behauptet zwar erst steif und fest, dass das nichts mit uns zu tun hat, aber nachdem wir ihm ungefähr drei Mal versichern, dass das aber Jens' Name ist, schaut er doch mal etwas genauer nach. Es liegt weiter hinten im Buch ein Paketschein für uns und wir können das Buch bis gestern auf der Post abholen. Der nette Mann ruft dann noch ein paar Mal bei der Post an und das Buch ist noch da. Jetzt aber nichts wie hin. 

Wir holen das Buch ab, erstehen auf dem Heimweg noch ein Mexiko-Trikot für Jens und werden am Bus von einem komischen Amerikaner angesprochen. Er hätte sein Hotel da hinten (zeigt in Richtung Hotelzone) und ihm wäre gerade sein Portemonnaie geklaut worden, ob wir ihm nicht 4 Dollar für den Bus leihen könnten. Auf unsere Antwort, dass der Bus wesentlich weniger kostet, ist sein Hotel auf ein Mal in Playa del Carmen, da kostet der Bus aber das Doppelte. Irgendwie kommt uns der Typ echt merkwürdig vor und nach dem wir ein wenig hin und her überlegen, kommen wir zu dem Schluss, dass es wohl einfach nur ein Schnorrer ist. Wir haben einen Stadtplan und bieten ihm an, ihm zu zeigen, wo die amerikanische Botschaft ist. Das lehnt er aber völlig genervt ab und lässt uns einfach stehen. Also, wenn der wirklich ein Problem hätte, dann wäre er für jede Hilfe dankbar.


Der Hotelpool

Zurück im Hotel, schmeißen wir uns wenigstens noch ein Mal schnell in den Pool und duschen uns dann und machen uns fein fürs Abendessen. Wir versuchen heute mal den Mexikaner, sind aber davon nicht ganz so überzeugt. Aber Aufessen muss man ja nicht und somit ziehen wir einfach ins Fisch-Restaurant ab, was wesentlich leckerer ist. Jens futtert wie ein struppiges Rindchen, er will hier schön fett werden, aber ich bezweifle, dass ihm das gelingt. Aber ein Versuch ist es wert, deshalb will er auch noch mal im Buffet-Restaurant vorbeischauen. 

Da ich von dem Flug und der Zeitumstellung (wir sind ja immerhin hier drei Stunden später als in Chile) ziemlich müde bin, geht Jens noch mal allein an die Bar, Freunde machen und ich verziehe mich ins Bett. Um kurz nach 1 Uhr (jetzt gibt es nämlich keinen Alkohol mehr) kommt er und erzählt mir ganz begeistert von seinen neuen Freunden: zwei Chilenen, ein Brasilianer und zwei Guatemalteken und er ist ganz stolz, dass er sich den ganzen Abend auf Spanisch unterhalten hat.
 

Die nächsten Tag gehen mit viel essen und faul auf der Liege liegen dahin. Ich lese den Mexiko-Reiseführer und mache eifrig Listen. Ein Mal laufen wir zu einem der anderen Oasis-Hotels, die man mitbenutzen kann und gehen dort was essen. Jens stellt mir außerdem seine Freunde vor und die sind alle wirklich nett. Die beiden Guatemalteken laden uns sogar ein, bei ihnen zu wohnen, wenn wir nach Guatemala City kommen und geben uns ihre Telefonnummern. Das ist wirklich nett. Die Chilenen laden uns ein mit ihnen mit dem Mietwagen nach Chichen-Itzá zu fahren, aber da wir eh weiter in diese Richtung wollen, werden wir etwas später mit unseren ganzen Sachen fahren. Trotzdem ein nettes Angebot.
 

Wir nehmen sogar an einer Aktivität teil: ein Salsatanzwettbewerb und gewinnen ein T-Shirt.


Nachdem die drei Tage rum sind, haben wir immer noch nicht genug von All-Inclusive und somit buchen wir noch mal drei Tage im Oasis Cancún, das gehört zur gleichen Hotelgruppe, ist aber wesentlich größer. Wir verabschieden uns vom Oasis Palm Beach und fahren mit dem Bus fast eine halbe Stunde an Hotelburgen vorbei in unser neues Hotel. Wahnsinn, was hier für Bauten stehen. Cancún war bis in die 70ger Jahre einfach nur ein Streifen Sand im karibischen Meer. Es gab keine Ansiedlung, kein Hotel, einfach gar nichts. Dann ist den mexikanischen Behörden eingefallen, dass man hier auf diesem wunderschönen Sandstreifen doch ein Ferien-Resort im Sinne von Acapulco bauen könnte. Gesagt, getan. Die schönen Grundstücke werden an ausländische Investoren verkauft und jetzt gibt es hier große Namen, wie das Marriot, Riu, Ritz und vieles mehr. Cancún Stadt ist recht häßlich, da es lediglich als Wohnstätte für die Arbeiter, die die Hotels errichtet haben, entstanden ist und nun wohnen dort die Leute, die in den Hotels angestellt sind. Eine ganze Stadt von einer halben Million Einwohner gibt es nur wegen dem Hostelstrip. Wahnsinn. 

Das große Hotel hat statt des Fischrestaurants, ein italienisches Restaurant (das Fischrestaurant gibt es hier zwar auch, aber da kommt man nur mit schwarzem Bändchen hin, das man bekommt, wenn man mehr für diesen Urlaub zahlt) und ein brasilianisches Rodizio-Restaurant. Die Pool-Landschaft ist riesig und da das Hotel gerade nur weniger als halbe Belegung hat, ist es auch recht leer. Ich möchte hier jedoch nicht sein, wenn das Hotel voll ist. Abends müssen wir schon beim Rodizio anstehen, was dann auch nicht sonderlich gut ist. Dafür ist die Sushi-Bar sehr lecker und das thailändische Restaurant ebenfalls.


Der Blick von unserem Balkon

Abends gehen wir noch in die Hoteldisko und tun uns die scheußliche Technomusik an. Außerdem gibt es sogar ein paar Vortänzer, aber sonst ist niemand so richtig auf der Tanzfläche. Ich höre zum ersten Mal ein Lied, was jeder, aber auch wirklich jeder (sogar Jens) kennt und worauf alle auf die Tanzfläche stürmen: Tonight ist a good night oder so ähnlich. Kennt das jemand? 

Das Hotel ist voll von Amerikanern und  diese sind zuweilen recht unterhaltsam. Als wir an der Poolbar auf unsere Getränke warten, unterhält sich neben uns eine Gruppe Amerikaner. Als erstes fragt, eine Frau aus der Gruppe, wie denn der Cocktail noch mal heiße, den sie eben getrunken habe. Bob Marley lautet die Antwort. Sie fragt, woher der Name denn käme. Ein Typ aus der Gruppe meint, das wäre doch der Rastafari aus Jamaika, ein bekannter Musiker, Dreadlocks. Nein, kein Erkennen ihrerseits. Dann stimmt er den bekanntesten Hit von Bob Marley an und beginnt zu singen: "Red, Red Wine". Sie: "Ach der, ja den kenne ich natürlich. Man hört ja immer die Lieder, aber weiß nie, von wem die sind." Tja, dein Kumpel weiß das allerdings auch nicht, denn der Song ist von UB40. Wir ertrinken fast im Pool vor Lachen. Ich weiß nicht, wie viele Taxifahrer uns in Bolivien und Peru gefragt haben, ob wir Bob Marley kennen würden und uns wurden alle Liedertitel runtergerasselt und im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kennt man ihn nicht.
 

Weiter geht's mit: "Ach, wo kommen Sie denn her." Die gleiche Frau wieder, diesmal fragt sie eine andere Amerikanerin. "Aus ...(kleines Kaff, habe den Namen vergessen) in Washington State, kennen Sie das?" Die andere wieder:"Nein, aber das ist ja auch am anderen Ende der Welt. Ich komme nämlich aus Ohio." Na, wo sind wir denn dann bitte gerade, im Weltall.
 

Tja, viel mehr gibt es eigentlich nicht von diesen Tagen zu berichten, außer mehr essen, mehr faulenzen, mehr trinken.
 

(Autor: Daniela)